Hallo, wie können wir helfen?

Was du über globale Zölle wissen solltest

Globale Handelsregeln sind oft nuancenreich und komplex. In letzter Zeit wurden neue Zölle eingeführt, die den Versand zwischen bestimmten Ländern betreffen können. Dieser Leitfaden zeigt dir, wie Zölle funktionieren und wie wir dich während dieser Veränderungen unterstützen.

Ab 28. August 28, 2025: Mit Wirkung vom 29. August 2025 wird es für Waren, die in die USA eingeführt werden keine De-Minimis-Regel mehr geben. Das bedeutet, dass die meisten internationalen Sendungen in die USA ab dann nicht mehr zollfrei sind. Informiere dich bitte regelmäßig über die neuesten Updates, da sich die Situation ständig weiterentwickelt.

Die Grundlagen

Was ist ein Zoll?

Ein Zoll ist eine Steuer auf Waren, die von einem Land in ein anderes importiert werden. Zölle können pauschal gelten, oder nur eine bestimmte Artikelgruppe betreffen. Üblicherweise wird ein Prozentsatz des Warenwerts erhoben. Oft gelten Zölle nicht für Artikel unter einem bestimmten Wert, die sogenannte De-minimis-Ausnahme.

Was ist eine De-minimis-Ausnahme?

De-minimis-Ausnahmen erlauben die zollfreie Einfuhr von Waren, deren Wert unter einer bestimmten Grenze liegt. Diese Regel soll helfen, den Handel und die Verwaltung zu vereinfachen. Die Höhe dieser De-minimis-Grenzen ist von Land zu Land unterschiedlich.

Die De-minimis-Freigrenze für Waren, die in die USA eingeführt werden, lag bislang bei 800 USD.

Seit dem 29. August 2025 ist diese De-Minimis-Regelung für alle Länder ausgesetzt.

Die De-minimus-Grenze, bis zu der Waren zollfrei in die USA eingeführt werden, liegt beispielsweise bei 800 USD.

Diese Ausnahme kann aufgehoben werden, sobald geeignete Systeme vorhanden sind, um Zölle für solche Sendungen effizient zu erfassen und zu verarbeiten.

Wie werden Zölle erhoben?

Der Prozess der Zollerhebung für Artikel, deren Wert über der De-minimis-Grenze liegt, variiert je nach Land und Versanddienstleister. Oft zahlen Kund*innen die Zollgebühren und eventuelle Bearbeitungskosten direkt bei der Zustellung an den Versanddienstleister. In manchen Fällen sind Zölle schon im Preis der Versandoption enthalten, was dem Exporteur oder den Verkäufer*innen ermöglicht, den Preis inklusive Zoll schon beim Abschluss der Bestellung anzugeben.

Das bedeutet, dass Käufer*innen auf Reverb bei international versandten Paketen möglicherweise Zölle und zusätzliche Gebühren zahlen müssen. Wir raten deshalb dazu, zum Abschnitt Über den Verkäufer zu scrollen und vor dem Kauf dessen Standort zu überprüfen. 

Woher weiß ich, welche Zölle für mich gelten?

Mit Wirkung vom 29. August 2025 setzen die USA die De-Minimis-Regel für alle Länder aus. Seitdem wurden diese Regelungen bereits mehrfach angepasst und in den kommenden Wochen und Monaten sind weitere Änderungen zu erwarten. Deshalb ist es gerade schwierig, aktuelle Informationen bereitzustellen, die sowohl die spezifischen Interessen der Reverb-Verkäufer*innen, als auch die Nuancen jeder einzelnen Regelung berücksichtigen.

Für persönlichen Support empfehlen wir, mit einem Jurist oder einer Juristin zu sprechen. Zu Updates über Zollbestimmungen, die dein Heimatland betreffen, solltest du dich bei offiziellen Regierungsseiten oder Quellen informieren, z.B. U.S. Customs and Border Protection, Canada Department of Finance und Integrated Tariff of the European Communities (TARIC).

Umgang mit zollpflichtigen Sendungen

Empfohlene Versandmethode in die USA: Nutze eine “Delivered Duty Paid”-Option

Wir empfehlen dir dringend, einen Versanddienstleister zu wählen, bei dem du Zölle, Steuern und sonstige Einfuhrabgaben bereits beim Kauf des Versandlabels im Voraus bezahlen kannst. Diese Versandart heißt “Delivered Duty Paid” (DDP). Mit DDP kannst du auf Reverb zoll- und abgabeninklusive Preise berechnen und angeben, was für mehr Klarheit sorgt und ein reibungsloseres Einkaufserlebnis bietet. Gleichzeitig vermeidest du das Risiko, dass Käufer*innen die Zahlung von Zöllen verweigern, nachdem die Ware bereits an ihren Zielort transportiert wurde.

In unserem Hilfebereich findest du eine Liste von Dienstleistern, die DDP anbieten, darunter Versandunternehmen wie UPS and FedEx. Wir rechnen damit, dass auch Postdienste und weitere Anbieter in den kommenden Monaten DDP-Optionen einführen werden. Informiere dich daher am besten regelmäßig bei deinem bevorzugten Versanddienstleister.

Alternative: “Delivered Duty Unpaid” (DDU) oder “Delivered At Place” (DAP)-Optionen

Bei DDU- oder DAP-Versandarten müssen Käufer*innen die fälligen Zölle, Einfuhrabgaben, Steuern und eventuelle Bearbeitungsgebühren beim ausliefernden Versanddienst oder bei der Zollbehörde bezahlen, wenn die Sendung entweder zugestellt oder aus dem Zoll ausgelöst wird. Wir raten von dieser Methode ab, da sie zu Verwirrung und vergrößertem Aufwand führen kann. Deine Käufer*innen werden wahrscheinlich unerwartete zusätzliche Kosten haben und könnten sogar die Annahme des Artikels verweigern.

Aufgrund von Komplexität, legalen Voraussetzungen und schlechter Erfahrung, werden viele Postdienste den DDU-Versand in die USA einstellen oder ihre Zustelloptionen ändern.

Wir empfehlen auch, bei lokalen Versanddienstleistern nach den neuesten Versandmöglichkeiten nachzufragen. In England hat Royal Mail beispielsweise angekündigt, in Kürze eine DDP-Option einzuführen, die direkt in Postfilialen gebucht werden kann.

Preisfestsetzung für Ihre Artikel

Sobald Sie verstanden haben, wie sich Zölle auf die Kosten Ihres Unternehmens auswirken, sollten Sie Ihre Preisstrategie möglicherweise neu bewerten. Bei der Preisfestsetzung für Ihre Artikel sind eine Reihe von Faktoren zu berücksichtigen:

  • Wenn Sie über die Auswirkungen von Zöllen nachdenken, sollten Sie berücksichtigen, ob sich die Kosten für Ihre Materialien erhöht haben.
  • Wenn Sie sich dafür entschieden haben, Einfuhrzölle und Tarife im Namen Ihrer Käufer im Voraus zu bezahlen, sollten Sie diese zusätzlichen Gebühren möglicherweise in Ihre Kosten einbeziehen.
  • Wenn Ihr Käufer die Kosten für Zölle und die damit verbundenen Bearbeitungsgebühren des Spediteurs bei Lieferung der Ware übernimmt, sollten Sie diese erhöhten Kosten bei der Festlegung des Preises Ihrer Artikel berücksichtigen.
  • Wenn Sie nur in die USA verkaufen, kann es sinnvoll sein, Ihre Angebotspreise anzupassen, um die Zölle zu berücksichtigen.

Um die beste Vorgehensweise für die individuellen Anforderungen Ihres Unternehmens zu ermitteln, empfehlen wir Ihnen, Ihre Preisstrategie ganzheitlich zu betrachten. Der Reverb-Preisleitfaden ist unsere wichtigste Ressource, die Ihnen bei der Preisgestaltung für Ihre Artikel hilft.

Kommunikation mit Käufern

Wir empfehlen Ihnen, gegenüber Ihren Käufern transparent zu sein, wenn Sie glauben, dass ein potenzieller Verkauf möglicherweise Zöllen unterliegt, oder wenn sich Ihre Kosten aufgrund von Zöllen geändert haben. Erwägen Sie, eine entsprechende Mitteilung in Ihr Shop-Profil oder in Ihre Artikelbeschreibungen aufzunehmen oder direkt über Reverb-Nachrichten mit Ihren Käufern zu kommunizieren, um deren Erwartungen zu steuern. Sie könnten beispielsweise einen Haftungsausschluss in eine Artikelbeschreibung aufnehmen, der lautet: „Bitte beachten Sie, dass dieser Artikel möglicherweise Zöllen unterliegt, wenn er nach [Land einfügen] versandt wird.“

Wie wir unsere Community unterstützen

Wir beobachten die sich schnell entwickelnden regulatorischen Veränderungen genau und bleiben unserer Verpflichtung treu, für unsere Community da zu sein, indem wir Käufer*innen eine transparente und verlässliche Erfahrung bieten und Verkäufer*innen die Unterstützung bieten, die sie für erfolgreiche Geschäfte brauchen. Wir werden weiterhin Updates bereitstellen, wenn sich die Zollbestimmungen und unsere Maßnahmen diesbezüglich verändern. Danke, dass du Teil unserer globalen Reverb-Community bist.

FAQ

Welche Kosten tragen Käufer*innen beim grenzüberschreitenden Einkauf?

Zusätzlich zu Versandkosten und eventuellen Steuern zahlen Käufer*innen die jeweiligen Zollgebühren direkt an den Versanddienstleister. Diese Gebühren sind nicht Teil der Reverb-Bestellung und werden separat über den Dienstleister oder die zuständige Zollbehörde in Rechnung gestellt.

Was passiert, wenn eine Sendung beim Zoll oder vom Versanddienstleister zurückgehalten wird, weil der Käufer die Zollgebühren nicht bezahlt?

Alle über Reverb (Website oder App) abgewickelten Verkäufe sind durch den Reverb-Verkäuferschutz abgesichert. Das gilt auch für Fälle, in denen es durch verweigerte Zollzahlungen zu Versandproblemen kommt.

Wenn ein Käufer oder eine Käuferin die Zahlung verweigert, solltest du zunächst direkten Kontakt aufnehmen und die Situation klären. Wenn das Problem weiterhin besteht und die Lieferung verhindert wird, wende dich an den Reverb-Support. Unsere Resolutions-Spezialist*innen helfen dir bei der Klärung.

Wird die Sendung aufgrund nicht gezahlter Zölle an dich zurückgeschickt, erstattet dir Reverb alle dokumentierten Versandkosten, vorausgesetzt, du als Verkäufer*in reichst entsprechende Nachweise ein. Sollte die Sendung weder bei der Käuferin oder dem Käufer ankommen noch zu dir zurückkehren, bist du nicht verpflichtet, eine Rückerstattung zu leisten.

Was können Verkäufer*innen tun, um ihre Käufer*innen zu unterstützen?

Da sich die Zollregelungen weiter verändern, solltest du die Hinweise deines bevorzugten Versanddienstleisters im Blick behalten.

Stelle bei internationalen Sendungen sicher, dass alle erforderlichen Zollpapiere korrekt ausgefüllt und den Vorgaben des Versanddienstleisters entsprechend beigefügt sind. Es ist außerdem äußerst hilfreich, Zölle im Voraus im Namen Ihrer Käufer*innen zu bezahlen, um Klarheit zu schaffen und ein verbessertes Einkaufserlebnis zu bieten. So verringerst du auch die Gefahr, dass deine Käufer*innen die Annahme verweigern. In unserem Hilfebereich findest du eine Liste der Versandanbieter, die DDP-Optionen anbieten und so einen reibungslosen Versand ermöglichen.

Wir empfehlen außerdem, die Absenderadresse („Ships From“) in deinem Reverb-Shop aktuell zu halten. So wissen Käufer*innen, aus welchem Land ihre Bestellung verschickt wird.

Für Verkäufer*innen: Gehe in deinen Shop-Einstellungen zum Shop-Profil und scrolle zum Punkt Shop-Standort, dort kannst du deine Versandadresse aktualisieren.

Kann Reverb Zölle erheben und abführen, so wie es bei der Mehrwertsteuer funktioniert?

Derzeit gibt es in den USA kein System, das es Plattformen wie Reverb erlaubt, Zölle zu erheben und weiterzuleiten. Jeder Versanddienstleister handhabt die Zollabwicklung und zusätzliche Kosten (wie Bearbeitungsgebühren) unterschiedlich, weshalb du dich bei Fragen zum Ablauf am besten direkt an deinen Dienstleister wendest.

Sind die Zollgebühren in den Versandtarifen meines Versanddienstleisters inbegriffen?

Einige nicht-postalische Versanddienstleister ermöglichen es Verkäufer:innen, Zölle im Voraus zu zahlen. So kannst du die Kosten direkt in den Artikelpreis oder in die Versandkosten integrieren. Wende dich bitte an deinen Versanddienstleister, um genauere Informationen zu erhalten, wie er Zollgebühren und damit zusammenhängende Kosten behandelt.

Sieh dir unsere Liste der Versandanbieter an, die DDP-Optionen anbieten und so einen reibungslosen Versand ermöglichen.

Können sich Verkäufer*innen nur auf Kund*innen aus ihrem Heimatland beschränken?

Ja. Du kannst selbst bestimmen, in welche Länder du versendest, inklusive der Option, ausschließlich innerhalb deines Landes zu verschicken.

Du hast zwei Möglichkeiten, deine Versandländer festzulegen:

  • Beim Erstellen/Bearbeiten eines Angebots: Im Abschnitt Versand findest du unten das Feld Wohin sonst auf der Welt versendest du?
  • In deinen Versandprofilen: Gehe auf deiner Shop-Übersichtsseite zum Reiter „Versandrichtlinien“ und scrolle zu „Versandprofile“. Diese Profile kannst du künftig beim Erstellen neuer Angebote auswählen. 
  • Als Teil eines Versandprofils: Gehe auf deiner Shop-Richtlinienseite zum Reiter Versand und scrolle zu Versandprofile. Die hier erstellten Profile kannst du künftig beim Erstellen neuer Angebote auswählen.

Gilt die Zollregelung auch für digitale Artikel?

Nein. Zölle fallen nur auf physische Waren an, digitale Angebote sind nicht betroffen. Beachte jedoch, dass andere Steuern trotzdem gelten können.

Dieser Artikel stellt keine Rechtsberatung dar und ersetzt keine professionelle rechtliche Beratung.

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